Mittwoch, Juni 22, 2011
Langeweile
Uns geht's gut - mir ist langweilig und jeder Tag ist ein wenig langweiliger als der davor. Allein diese Tatsache zeigt doch schon, dass es weiterhin aufwärts geht.
Einen Entlassungstermin gibt es allerdings noch nicht. Bohne braucht zwar kaum noch Sauerstoff, schwankt ab und zu aber noch kräftig in seiner Sättigung. Das ist ein echter Showstopper fürs heimgehen. Nun ist es so, dass uns die Ärzte schon gesagt haben: wenn Sie nun sagen würden, Sie wollen ihren Sohn unbedingt so schnell wie möglich zu hause haben (mit Sauerstoff und Monitor), dann könnte man schon eine Entlassung planen...
Da sind wir uns hier aber sehr einig. Das wollen wir möglichst nicht! Natürlich, wenn es viel zu lange gehen würde, uns die Ärzte sagen würde, es wäre besser und richtig MIT dem Kram, dann hätten wir ihn schon gestern daheim. Solange es aber noch im Rahmen für ihn ist im Krankenhaus zu bleiben, solange bauen wir darauf uns den Monitor und den dazugehörigen Rest nicht anzutun. Wir müssten uns verpflichten Bohne für ein Jahr an die Apparate anzuschließen, auch wenn er nach kürzester Zeit keinen Sauerstoff mehr braucht. Dass muss nicht unbedingt sein, wir möchten gerne die Kabel mit dem Krankenhaus hinter uns lassen.
Da es für jede Medaille bekanntlich zwei Seiten gibt, hat natürlich auch der verlängerte Aufenthalt eine Kehrseite. Die Intensivumgebung ist - mal abgesehen von einer Menge Geräusche (Schwestern, piepen, Monster Alarme ... ach ja und die Umbaugeräusche nicht zu vergessen), eine eher reizarme Umgebung. Nicht das was man einem Neugeborenen allzu lange antun möchte.
Dafür gibt es aber auch eine Lösung, eine die mir auch gut tut. Ab morgen werde ich im Krankenhaus mit aufgenommen und werd dann endlich Vollzeitmama sein. Ich hab ja schon erzählt, dass es mir immer schwerer fiel nach hause zu gehen. Grade wenn Böhnchen wach ist fühle ich mich schlecht, als ob ich ihm im Stich lassen würde.
Wir werden sehen wie lange es noch geht - eine Hoffnung ist, dass es noch schneller bergauf geht, wenn Mama (fast) immer zugegen ist. Natürlich kann ich jederzeit "ausbrechen" oder aus Platzgründen wieder rausgeworfen werden, aber erst mal freu ich mich riesig, dass es klappt! Die Ärzte waren regelrecht begeistert.
Demnächst also Neues Aus Der Anstalt!
Liebe Grüße,
Mohne
Freitag, Juni 17, 2011
3 Monate und doch nur 1 Tag
Heute wird unsere Bohne 3 Monate und eigentlich ist er doch nur ein Tag alt. Gestern war der errechnete Geburtstermin und es heißt immer wieder: bei Frühchen sollte man den errechneten Termin angeben - das ist einfach gerechter. Also ist er grade mal ein Tag alt und echt ganz schön fit dafür =;o)
Es ist ihm anzumerken, dass nun der Geburtstermin gekommen ist, wenn er wach ist schaut er interessiert umher und ist richtig da. Auch einen recht angenehmen Rhythmus hat er: nachts wird lange gepooft und tagsüber will er gerne alle 4 Stunden was zum mampfen haben.
Wie viel er genau wiegt weiß ich zur Zeit nicht, gestern wurde er nicht gewogen, aber es sind knapp 3 Kilo. Seine sonstigen Geburtstermin Daten sind: 50 cm Länge und 35 cm Kopfumfang. Er sieht aus wie ein ganz normales, Baby - kein Riese aber eben auch kein Zwerg.
Sein Sauerstoffbedarf ist auch immer weiter abgesunken, meist ist die Zufuhr ausgeschaltet und er braucht nur ab und zu so genannte Duschen. Dann wird er mit einer vorgehaltenen mini Maske in den "blauen" Bereich gehoben.
Dafür will das Trinken an der Brust immer noch nicht so recht klappen - meist macht er einfach nicht den Schnabel auf und ich habe einfach keine Chance bei ihm. Gestern trank er nach langer Überredung dann aber ganze 18 Gramm. Nun, endlich hab ich auch Stillhütchen aufgetan, mal sehen ob es damit besser wird.
Aber auch sonst ist das Trinken, bzw. die Gier und das Vergessen während des Trinkens unser Hauptproblem: bekommt er einen Sauger zu schnappen, dann vergisst er alles um sich: vor allem den Puls und das Atmen. Na und dann sind die Bradykadien und der Monster-Alarm vorprogrammiert. Die Schwestern kommen schon kopfschüttelnd rein - irgendwann wird er das wohl auch noch lernen.
Außerdem muss die Milch gefälligst schön warm sein, ansonsten rächt sich klein Bohne auch gleich mit einem Verschlucken, der dann zu Atemnot, Pulsabfall und Monster-Alarm führt. Lieber zu heiß als zu kalt! Ganz wie türkische Babys wurde mir gesagt - amerikanische wollen es wohl lieber kühler...
Nun ist weiter warten angesagt, aber ein Ende ist in Sicht. So ein bis drei Wochen, uns wurde aber auch gesagt dass so frühe Frühchen meist etwas länger bleiben.
Liebe Grüße,
Mohne
Freitag, Juni 03, 2011
Zweifel und Fortschritte
Die Zweifel nagen an mir, die Fortschritte macht unser Böhnchen (zum Glück!)
Vorgestern begann ich mit meinem Rückbildungskurs. Da treff ich andere Mütter, dachte ich mir und schaffe vielleicht noch das mir entgangene soziale Netz nachzuknüpfen. In der Richtung fehlt mir der nicht gebrauchte Hechelkurs schon etwas. Natürlich habe ich einen großen Freundeskreis und es haben viele davon selbst grade Kinder bekommen, aber ich hoffte durch Böhnchen auch in meinem Heimatort und Umgebung anzukommen. Nach 7 Jahren hier kennen wir immer noch nur die Nachbarn und haben irgendwie keinen rechten Zugang.
Leider ist mein Rückbildungskurs sehr kuschelig, außer mir sind es noch zwei weitere Mädels (nicht ganz aus meiner Gegend), die beide ihre Kinder mit dabei hatten. Beide vom Geburtsdatum her jünger als Bohne, aber logischerweise um Monate voraus. Mir ist das vollkommen klar, aber es tat dennoch weh diese wachen und neugierigen Babys zu sehen. Meiner ist halt noch in der Klinik und es wird wohl noch länger als bis zum eigentlichen Geburtstermin dauern bis er heim darf.
Und ich hege nun Zweifel ob wirklich alles gut ist, ob mein süßer Kleiner auch so aufgeweckt sein wird, ob alles in Ordnung ist, ob er "normal" sein wird. Mensch, ich will ja gar nicht so denken, aber grade nachts sind die Zweifel und Ängste am Größten und drängeln sich sehr in den Vordergrund. Und durch mein ewiges Abpumpen bin ich halt jede Nacht wach und fast jede Nacht hab ich vor lauter Gedankenwälzen Probleme wieder einzuschlafen... Es wäre schön das einfach abzuschalten, aber das klappt meistens nicht.
Dafür zeigt mir Bohne, dass ich mal gefälligst die Ruhe reinbringen soll. Wie als würd er mir sagen wollen: "Ich mach doch, ich kann doch, lass mir einfach nur Zeit!" Macht er grade einen Fortschritt nach dem anderen.
Er hat nun über 2500 Gramm und hat eine Länge von 46cm.
Er trinkt schon ganz ordentlich an der Brust, gestern waren es bei zwei Versorgungseinheiten je 10 Gramm UND er hat danach noch einmal 60ml und einmal 50ml aus der Flasche gesüffelt. Zur Zeit bekommt er sechs Mahlzeiten à 60ml, wenn er unbedingt will gibts auch mal Nachschlag. Nur nicht zu viel, weil sonst sind Bauchschmerzen vorprogrammiert. Manchmal schafft er es auch mit der Koordination des Atmens und Trinkens in einem. Ab und zu auch nicht, dann verschluckt er sich und man muss ihn erst mal aus einem Sättigungsabfall befreien. Auch die Sache mit dem Bäuerchen ist eher ein Langzeitprojekt, aber es wird, es wird.
Die schönste Sache und der größte Fortschritt war gestern: Ich kam ins Zimmer und bei Böhnchen lag der Deckel wieder auf seinem Bettchen. Dafür hatte er keine Sauerstoffbrille auf und die Anzeige im Bett zeigte auch nur die normalen 21% an!
Jipiii!
Wir hatten ihn dann auch ohne Sauerstoffbrille draußen und zum Versorgen - es war lediglich die Sauerstoffmaske für Einzelfälle und kurzzeitige Duschen in Griffweite und die brauchten wir auch nicht ständig. Das ist doch richtig schön, oder?
Als ich dann abends wieder ging, lag er wieder im Bettchen mit Deckel und hatte einen etwas erhöhten Sauerstoffbedarf, aber er war auch am Verdauen und da darf man das auch =;o)
Ach ich bin glücklich - denn da kann man doch sehen, dass meine Zweifel schon ziemlich umsonst sind!
Liebe Grüße,
Mohne
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